3D-Druck

Fensteradapter und Streamlit-App für die Midea PortaSplit

Ein Fensteradapter für die Midea PortaSplit, der eingebaut eher wie ein Teil des Fensters wirkt als wie ein Provisorium und inzwischen auch als Streamlit-Generator nutzbar ist.

Der Plan war ursprünglich denkbar simpel: Fenster auf, Leitungsbündel durchlegen, fertig. Das funktioniert. Für eine Woche. Vielleicht zwei. Aber dauerhaft wollte ich kein offenes Fenster zur Straße – und das tägliche Rein-und-Rausfummeln war nach ein paar Tagen nervig genug, dass ich anfing, mir etwas anderes zu überlegen.

Die Midea PortaSplit ist interessant, weil sie die Idee einer Split-Klimaanlage mit dem Auf- und Abbauen einer normalen mobilen Klimaanlage verbindet. Außeneinheit draußen, kein dicker Abluftschlauch, der die Kühlleistung direkt wieder frisst – das macht tatsächlich einen Unterschied. Der einzige Haken: Innen- und Außeneinheit lassen sich nicht trennen, die Kältemittelleitung ist fest verbunden. Eine einfache Kernbohrung durch die Wand geht also nicht – oder sie müsste so groß sein wie die Außeneinheit selbst. Eine Fensterdurchführung ist da eigentlich ideal: einmal eine größere Öffnung, um die Außeneinheit rauszubringen, und dann nur noch die Durchführung im Fensterrahmen, wenn alles geschlossen ist.

Die Midea PortaSplit im Betrieb mit Inneneinheit am Boden und Außeneinheit auf der Fensterbank bei geöffnetem Fenster.
Das Grundprinzip der PortaSplit: Inneneinheit am Boden, Außeneinheit draußen, dazwischen führt nur das Leitungsbündel durchs Fenster.

Warum ich überhaupt ins Fenster geschnitten habe

Bei meinem Fenster war die improvisierte Variante schnell keine echte Option mehr. Das Fenster zeigt zur Straße. Außenlärm ist ein Thema, und ein offenstehendes Fenster im Erdgeschoss zur Straßenseite fühlt sich schlicht nicht gut an. Diese typischen Klettlösungen für mobile Klimaanlagen lösen das Kernproblem auch nur halb – das Fenster bleibt faktisch ein Sommer-Provisorium, das man jeden Abend anschaut und denkt: na ja. Ich wollte etwas, das eingebaut bleibt und nach nichts aussieht.

Das hieß am Ende: ein Ausschnitt in den inneren Rahmen – bei mir rund 8 cm breit und 5 cm tief. Also kein filigraner Schlitz, sondern ein echter Ausschnitt. Nicht komplett durch den gesamten Fensterrahmen – nur so weit, dass das Leitungsbündel sauber durchgeführt werden kann. Trotzdem ein echter Eingriff, den ich nicht kleinreden will.

Technisch war das weniger dramatisch, als es klingt. Für die vertikalen Schnitte habe ich eine Hand-Metallsäge genommen, für die horizontalen ein Sägeblatt im Multitool. Das Multitool war dabei das entscheidende Werkzeug: Der horizontale Schnitt liegt direkt am Anschlag des Rahmens, wo eine normale Säge kaum Platz hat. Mit dem Multitool kommt man dort gut rein. Die eigentliche Herausforderung war, möglichst präzise zu sein – nicht weil das Werkzeug schwierig ist, sondern weil man hinterher lieber nicht nachpfuschen möchte. Ehrlich gesagt war es vor allem ein Hoffen, dass es gut geht.

Der geschnittene Innenrahmen mit sichtbarem Durchlass für das Leitungsbündel.
Der Ausschnitt im inneren Rahmen ist der eigentliche Eingriff, um den sich das ganze Projekt dreht.

Dein Fenster, deine Entscheidung

Das hier ist ein persönliches Maker-Projekt und keine universelle Bauanleitung.

Wer so etwas nachbaut, verändert im Zweifel einen Fensterrahmen. Das kann Dichtigkeit, Stabilität, Gewährleistung, Mietverhältnis, Feuchteverhalten oder Einbruchschutz betreffen. Ich kann nicht beurteilen, ob dieselbe Lösung bei anderen Fenstern sinnvoll oder überhaupt vertretbar ist.

Das Feedback dazu reicht von begeistert bis fassungslos – „Choose your character”. Schlechtes Bauchgefühl? Dann nimm eine andere Option, etwa eine Styrodur- oder Plexiglasplatte. Niemand muss in sein Fenster sägen.

Mehrfach messen, die eigene Situation selbst bewerten und im Zweifel lieber nicht sägen als falsch sägen.

Die erste Version war kompromisslos auf mein Fenster gebaut

Das erste Modell war perfekt auf mein Fenster abgestimmt – ein denkmalschutz-zugelassenes Kunststofffenster mit Fliegengitter und einer Übergangskante zur Fensterbank, in die ich eingesägt habe. Sehr spezialisiert, kaum auf andere Fenster übertragbar. In der Praxis war es ein Drei-Teile-System: ein fester Basiseinsatz, der im Rahmen bleibt, ein Durchführungseinsatz für das Leitungsbündel im Sommer und ein Blindeinsatz für den Winter, wenn die Klimaanlage weg ist und die Öffnung wieder geschlossen sein soll.

Klingt simpel, und das war es am Ende auch. Im Alltag war das genau das, was ich gesucht hatte. Die Klimaanlage bleibt den Sommer über stehen. Im Herbst kommt der Blindeinsatz rein, fertig. Kein tägliches Auf- und Abbauen mehr.

Nahaufnahme des Adapters mit eingesetztem Durchführungseinsatz und durchgeführtem Leitungsbündel.
Sommer-Konfiguration: Der Durchführungseinsatz lässt das Leitungsbündel sauber durch den Rahmen.
Nahaufnahme des Adapters mit eingesetztem Blindeinsatz bei geschlossener Öffnung im Winter.
Winter-Konfiguration: Statt des Leitungsbündels sitzt der Blindeinsatz im Rahmen und schließt die Öffnung.
Alle Bauteile des PortaSplit-Fensteradapters in Bambu Studio.
Zu sehen sind Rahmen, Durchführungseinsatz oben und unten sowie der Blindeinsatz.

Was nach knapp zwei Jahren Praxis hängen geblieben ist

Das Wichtigste zuerst: Bei meinem Fenster funktioniert das Setup weiterhin gut. Unspektakulär – genau so, wie man das will. Der Adapter sitzt, das Fenster schließt normal, und es gibt keine auffällige Zugluft. Das Leitungsbündel ist schmal genug, dass der Einsatz noch ordentlich abdichtet.

Was ich nicht erwartet hatte: wie sehr das dazu beiträgt, die PortaSplit insgesamt anders zu erleben. Die Klimaanlage fühlt sich dadurch eher wie eine halb-permanente Installation an. Morgens einschalten, abends ausschalten. Keine Improvisation mehr, kein täglicher Gedanke ans Abdichten.

Einen Vorbehalt muss ich trotzdem nennen: Ob das auf andere Fensterprofile genauso gut zutrifft, weiß ich nicht. Mein Rahmen ist ein denkmalschutz-zugelassenes Kunststofffenster mit einem sehr spezifischen Profil. Bei anderen Materialien, anderen Profilen, anderen Einbausituationen kann das Ergebnis anders aussehen. Das Modell war nie als universelle Lösung gedacht – erst recht nicht das erste. Genau dieser Vorbehalt war am Ende der Grund, warum aus dem einen festen Modell ein Generator wurde – und warum man inzwischen sogar sein eigenes Profil hineingeben kann, statt sich mit meinem zu arrangieren. Dazu später mehr.

Die eingebaute PortaSplit-Durchführung bei vollständig geschlossenem Fenster.
Eingebaut wirkt das Ganze eher wie ein Teil des Fensters als wie ein nachträglicher Fremdkörper.

Warum daraus eine App wurde

Nach der Veröffentlichung kamen ziemlich schnell Rückfragen nach der Konstruktionsdatei. Ich habe sie herausgegeben – sie liegt bis heute auf MakerWorld –, aber ehrlich gesagt ist diese erste Datei eine ziemliche Chaosdatei. Und eine CadQuery-Datei ist für jemanden, der einfach einen Fensteradapter drucken will, ohnehin kein sinnvoller Ausgangspunkt: zu fensterspezifisch, zu viel Einarbeitung nötig.

Laptop auf einem Schreibtisch mit geöffneter Streamlit-App zur Fenstergeometrie, daneben ein Messschieber.
Die Idee hinter dem Generator: Fenster ausmessen, Werte in die App übertragen, druckbare Teile erzeugen – statt für jedes Profil neu in CAD zu gehen.

Das eigentliche Problem war: Interesse war da, aber mein Modell passte eben nur für mein Fenster. Für alle anderen war es höchstens Inspiration. Der logische nächste Schritt war deshalb kein neues fixes Modell, sondern ein Generator. Fenster messen, Werte eintragen, Teile erzeugen – der unangenehme Teil sollte nicht mehr CAD-Arbeit sein, sondern sauberes Messen.

Außerdem hatte ich schlicht Lust auf ein Vibe-Coding-Projekt. Ich wusste aus erster Hand, was so ein Generator braucht – ich hatte es ja gerade selbst gebraucht, nur brutal auf mein eigenes Fenster zugeschnitten. Also habe ich den Techstack – Streamlit, Python, CadQuery – mit Hilfe von OpenAI Codex zusammengetackert.

Was der Generator aktuell kann

Die App ist bewusst auf dieses eine Problem zugeschnitten: eine druckbare Fensterdurchführung für das PortaSplit-Leitungsbündel aus eigenen Messwerten abzuleiten. Der Ablauf ist direkt:

  1. Die relevanten Fenstermaße strukturiert aufnehmen.
  2. Die Geometrie als 2D-Querschnitt vorvisualisieren – und prüfen, ob die Zahlen Sinn ergeben.
  3. 3D-Druckdateien und Dokumentation erzeugen.

Der 2D-Querschnitt ist dabei fast wichtiger als die Formulare selbst. Ein Zahlendreher sieht in einem Eingabefeld oft harmlos aus. In der Profilansicht merkt man deutlich schneller, wenn die Geometrie plötzlich keinen Sinn mehr ergibt.

Inzwischen bleibt es nicht beim bloßen Hinschauen. Hinter der Vorschau läuft ein kleines Prüfprotokoll mit benannten Checks – ob der Adapterkörper unten aus dem Profil ausbricht, ob das Leitungsbündel im Profil bleibt, ob der Rahmen rechnerisch durchgesägt würde, ob der obere Deckel noch unter die Rahmenkante passt. Geht eine Kombination geometrisch nicht auf, wird der STL-Export blockiert, statt klammheimlich etwas Kaputtes zu erzeugen. Das ist die unspektakuläre, aber wichtige Sorte Feature: Sie verhindert genau die Drucke, die man sonst erst nach Stunden Druckzeit als Fehlversuch erkennt.

Und man fängt nicht mehr bei null an. Am Anfang steht eine kleine Auswahl an Profil-Vorlagen, aus denen man sich das nächstliegende greift und nur noch anpasst – oder eben „leer” startet, wenn man alles selbst eintragen will.

Vorlagenauswahl der Streamlit-App mit verschiedenen Fensterrahmen-Profilen.
Statt mit einem leeren Formular startet man mit der nächstliegenden Profil-Vorlage und passt sie an.

Exportiert werden aktuell:

  • einzelne STL-Dateien für alle Bauteile
  • ein ZIP mit allen STLs (inklusive einer README mit Wiederherstellungsschlüssel)
  • eine JSON-Datei mit der vollständigen Konfiguration
  • eine PDF, die mehr ist als ein Maßblatt: Seite 1 ist eine 1:1-Schnittschablone mit durchgehender „HIER SCHNEIDEN”-Linie, die man direkt aufs Fenster legen kann; Seite 2 fasst Konfiguration und Maße zum Nachlesen zusammen (inklusive Wiederherstellungsschlüssel); Seite 3 bringt Ablauf, Sicherheitshinweise, Lizenz und Quellen

Gerade die Schnittschablone auf Seite 1 mag ich, weil sie genau an der unangenehmsten Stelle hilft: dem eigentlichen Sägen. Statt Maße vom Bildschirm aufs Fenster zu übertragen, druckt man die Vorlage in Originalgröße aus, legt sie an und hat die Schnittlinie dort, wo sie hingehört.

Seite 1 der exportierten PDF: 1:1-Schnittschablone mit durchgehender Schnittlinie.
Seite 1 der PDF ist eine 1:1-Schnittschablone – ausdrucken, ans Fenster legen, an der Linie sägen.

Bevor man herunterlädt, zeigt der Export-Schritt eine interaktive 3D-Vorschau der Bauteile. Man kann das Teil drehen und von allen Seiten anschauen, nicht nur ein Standbild betrachten. Eigentlich als Entwickler-Feature gedacht, das ich drin gelassen habe – aber es ist schön anzusehen, und man sieht sofort, ob alle konfigurierten Optionen auch wirklich auf den Teilen landen.

Interaktive 3D-Vorschau eines erzeugten Bauteils im Export-Schritt der Streamlit-App.
Im Export-Schritt lassen sich die erzeugten Teile drehen und von allen Seiten prüfen, bevor man herunterlädt.

Zwei neuere Features, die mir persönlich wichtig waren: Erstens gibt es jetzt einen Wiederherstellungsschlüssel. Wenn ein Teil nachgedruckt werden muss – Verschleiß, kleine Änderung, einfach nochmal gebraucht – kann man damit die komplette Konfiguration direkt wieder laden, ohne alles neu auszumessen. Zweitens können Konfigurationen inzwischen für die Community eingereicht werden. Wer ein Fenstermaß hat, das für andere nützlich sein könnte, kann es direkt in der App einreichen.

Eine Sache, die so direkt aus den Rückmeldungen kam: Das Leitungsbündel der PortaSplit ist offenbar nicht über alle Baujahre gleich dick. Mein eigenes Setup läuft mit einem schmaleren Bündel, andere haben von dickeren berichtet – ältere Geräte liegen bei etwa 56 × 31 mm, von einem Gerät aus 2026 wurde 60 × 32 mm gemeldet. Man wählt deshalb im Konfigurator die passende Variante (oder trägt eigene Messwerte ein), und die Rahmenbreite passt sich automatisch an. Sie ist nicht mehr fest auf einen Wert verdrahtet, sondern folgt der gemessenen Schlauchbreite. Das ist genau die Art Detail, die ich vorher unterschätzt hatte: Was bei meinem Gerät selbstverständlich passt, ist bei einem anderen Baujahr plötzlich zu eng.

Deutsche Eingabemaske der Streamlit-App zur Konfiguration der Fenstergeometrie.
Die App führt durch die relevanten Maße – statt jedes Bauteil mühsam selbst in CAD aufzubauen.
2D-Geometrievorschau der Streamlit-App für die Fensterdurchführung.
Die Vorschau ist der schnelle Realitätscheck, bevor aus Zahlen druckbare Teile werden.

Zwei Wege rein: das Fenster messen – oder die echte Kontur hochladen

Der wunde Punkt am Anfang war immer derselbe: Ich konnte Fenstertiefe, Stufen und Flügel in Eingabefelder gießen – aber ein Fensterprofil ist selten so brav, wie ein Formular tut. Es hat Rundungen, kleine Versprünge, eine Dichtungsnut, die nirgends rechtwinklig ist. Genau da lag mein eigener Vorbehalt: Bei meinem Fenster passt es, aber „ein paar Maße eintippen” beschreibt fremde Profile eben nur näherungsweise.

Deshalb gibt es inzwischen zwei Eingabewege.

Der geführte Weg ist der parametrische: Man tippt die gemessenen Werte ein, die App leitet daraus ein vereinfachtes Profil ab. Schnell, für viele einfache Profile gut genug, und man braucht kein CAD.

Der zweite Weg ist der ehrlichere für komplizierte Profile: Man lädt den Querschnitt seines Fensterrahmens als DXF hoch – gezeichnet in Fusion, FreeCAD, LibreCAD, womit auch immer. Die Kontur wird dann nicht nachgebaut oder angenähert, sondern 1:1 zur Rahmenform, inklusive Rundungen und Versprünge. Nur die funktionalen Werte – Leitungsbündel, Flügel-Absenkung, Toleranzen, die optionalen Features – trägt man darunter ein.

DXF-Upload-Modus der Streamlit-App mit Hinweis, dass die Kontur 1:1 zur Rahmenform wird.
Im Pro-Modus wird der hochgeladene Querschnitt direkt zur Rahmenform – die Maße darunter sind nur noch die funktionalen Werte.

Das verschiebt den Anspruch der App spürbar. Vorher war sie ein Generator für „Fenster, die meinem ungefähr ähneln”. Mit dem DXF-Pfad ist sie näher an „dein Fenster – wenn du seine Kontur sauber zeichnen kannst”. Das ist ausdrücklich kein Universalversprechen: Die Verantwortung fürs richtige Messen und Zeichnen bleibt bei dir, und die Vorbehalte aus dem Disclaimer gelten unverändert weiter. Aber es nimmt dem alten „passt halt nur für mein Profil” einiges von seiner Schärfe.

Schön daran ist, dass die 2D-Vorschau in beiden Fällen identisch funktioniert. Egal ob die Form aus Zahlen oder aus einer DXF-Datei kommt – Durchführungszone, Trennebene, Abschlusskanten und Außendach werden gleich darübergelegt. Man sieht also auch beim hochgeladenen Profil sofort, ob die Geometrie stimmig ist, bevor irgendetwas exportiert wird.

2D-Vorschau eines aus DXF eingelesenen Fensterprofils mit Feature-Overlays.
Dieselbe Prüf-Vorschau wie beim parametrischen Weg – nur sitzt darunter jetzt die echte, hochgeladene Kontur.

Eine kleine Ehrlichkeit am Rande: Konfigurationen aus einer DXF-Kontur lassen sich speichern und wieder laden, aber nicht in den kurzen Wiederherstellungsschlüssel pressen – dafür steckt zu viel Geometrie in der Datei. Sie laufen deshalb über den Katalog, nicht über den Code.

Technisch ist das Ganze halb Web-App, halb CAD-Werkzeug

Die Oberfläche läuft in Streamlit, weil das für so einen geführten Konfigurator der pragmatische Weg war. Ich wollte kein Frontend-Projekt daraus machen, bevor überhaupt klar ist, ob der Generator in der Praxis für andere Fenster taugt.

Darunter steckt CadQuery. Die Teile werden nicht aus einer vorbereiteten STL irgendwie gedehnt, sondern aus den Parametern neu aufgebaut. Genau das war der Punkt: Sobald Fensterprofile unterschiedlich werden, ist bloßes Skalieren keine ernsthafte Lösung mehr.

Der DXF-Pfad war dabei der eigentliche Test für die Architektur. Eingelesen werden die Zeichnungen mit ezdxf; aus Linien, Bögen und Splines wird ein geschlossener Querschnitt. Und dieser Querschnitt muss an genau derselben Stelle andocken wie ein parametrisch erzeugtes Profil – dieselbe 2D-Vorschau, dieselben Feature-Overlays, dieselbe Geometrie-Pipeline bis zum STL. Damit das sauber funktioniert, sind UI, Validierung, Vorschau und Geometrie bewusst in getrennten Schichten gebaut, statt alles in eine App-Datei zu kippen. Klingt nach Overkill für ein Maker-Projekt, hat sich aber genau in dem Moment ausgezahlt, als die hochgeladene Form zum zweiten gleichberechtigten Eingang wurde.

Das Projekt ist außerdem sehr klar mit Vibe-Coding entstanden – iterativ mit OpenAI Codex gebaut, umgebaut, getestet, wieder verworfen. Das hat für diese Mischung aus UI, Geometrie und Export erstaunlich gut funktioniert. Die Richtung kam aber nicht aus dem Promptfenster, sondern aus einem echten Fenster mit echter Klimaanlage und ziemlich konkreten Zwängen.

Fertig kaufen statt selbst drucken

Nicht jeder hat einen 3D-Drucker herumstehen – oder Lust, sich durch Drucken und Nacharbeiten zu kämpfen. Deshalb gibt es den Adapter inzwischen auch fertig zu kaufen, hergestellt und vertrieben von SureParts:

Eines bleibt dir aber auch beim Kauf nicht erspart: das Ausmessen. Der Adapter muss zu deinem Fensterprofil passen, und das hängt an deinen Maßen. Gerade wenn du nicht selbst drucken kannst, lohnt es sich umso mehr, vorab die Schnittschablone aus dem Generator auf einem ganz normalen Papierdrucker auszudrucken, ans Fenster zu halten und zu prüfen, ob du dich vermessen hast – bevor irgendetwas gesägt oder bestellt wird.

Zur Einordnung, weil ich das lieber offen sage: Das sind keine Affiliate-Links – ich verdiene also nichts daran, dass du draufklickst oder dort kaufst. Stattdessen bekomme ich von SureParts eine Lizenzgebühr für den kommerziellen Vertrieb. Paul von SureParts hat einfach nett gefragt, und genau diese Vereinbarung finanziert die Testreihen mit – und macht es für mich überhaupt erst vertretbar, hier Geld in Testdrucke und Werkzeuge wie Claude Code zu stecken.

Für die Maker-Community ändert sich dadurch nichts: Modell, Generator und Quellcode bleiben dauerhaft frei für den Eigengebrauch – drucken und anpassen, so viel du willst, und dem begeisterten Nachbarn auch mal eins mitdrucken. Lediglich die kommerzielle Nutzung im Europäischen Wirtschaftsraum liegt bei SureParts. Wer nur für sich selbst druckt, ist davon nicht betroffen.

Häufige Fragen

Wie hast du den Rahmen tatsächlich geschnitten?

Für die vertikalen Schnitte habe ich eine Hand-Metallsäge genommen, für die horizontalen ein Sägeblatt im Multitool. Das Multitool war das wichtigere Werkzeug, weil der horizontale Schnitt direkt am Anschlag des Rahmens liegt – da hat eine normale Säge kaum Platz.

Wichtig dabei: langsam arbeiten und mehrfach nachmessen. Der Ausschnitt muss nicht schön sein, er verschwindet unter dem Adapter. Aber er muss an der richtigen Stelle sitzen.

Hat das Einschneiden Probleme verursacht?

Bei meinem Fenster bisher nicht. Der Rahmen wurde nicht komplett durchgetrennt, sondern nur mit einem Ausschnitt versehen, der groß genug für das Leitungsbündel ist. Den Einsatz habe ich außerdem verschraubt, damit er nicht nur klemmt.

Das bedeutet aber nicht, dass das bei anderen Fenstern unkritisch ist. Fensterprofile unterscheiden sich stark. Bitte nicht blind übertragen.

Kommt im Winter kalte Luft rein?

Bei mir keine auffällige Zugluft – im Winter kommt der Blindeinsatz rein, und damit ist die Öffnung wieder geschlossen. Mein Gebäude ist ein älterer Altbau, die Luftdichtheit wird ohnehin nicht nur durch den Adapter bestimmt.

Passt das jetzt auch auf andere Fenster als deins?

Eher als früher. Für einfache, eckige Profile reicht oft der parametrische Weg – Maße eintragen, fertig. Für alles mit echten Rundungen und Versprüngen kann man seinen Querschnitt als DXF hochladen, und die App nutzt diese Kontur direkt als Rahmenform statt sie zu approximieren. Dazu kommt, dass sich Dinge wie die Schlauchbreite und die Rahmenbreite inzwischen an die eigenen Messwerte anpassen.

Das ist trotzdem kein Garantieschein. Du musst sauber messen und zeichnen, und die üblichen Vorbehalte aus dem Disclaimer gelten unverändert. Aber der alte Satz „passt halt nur für mein Fenster” stimmt so nicht mehr.

Warum keine richtige Split-Klimaanlage?

Vor allem Kosten und Installationsaufwand. Eine feste Split-Anlage wäre technisch natürlich die sauberere Lösung. In meiner Situation hätte sie aber vermutlich längere Leitungen, Kabelkanäle und deutlich mehr Eingriff in die Wohnung bedeutet. Die PortaSplit war ein guter Kompromiss: effizienter als eine klassische mobile Klimaanlage mit Abluftschlauch, aber weniger invasiv als eine feste Installation.

Warum das Leitungsbündel nicht einfach durchs offene Fenster legen?

Ich wollte eine Lösung, die den Sommer über einfach drin bleibt. Das tägliche Öffnen, Durchführen und provisorische Abdichten war mir nach ein paar Tagen schon zu nervig. Und ein dauerhaft offenes Fenster wollte ich wegen Außenlärm, Kühlleistung und Sicherheitsgefühl nicht.

Warum keine Styrodur- oder Plexiglasplatte?

Kann absolut funktionieren – besonders in ruhigeren Lagen, in oberen Stockwerken oder wenn man nichts am Fensterrahmen verändern möchte. Für mein Fenster zur Straße wollte ich aber keine Lösung, die von außen wie ein dauerhaft zugeklebtes Fenster aussieht. Das war mir wichtig.

Würde ich es wieder bauen?

Ja. Nach zwei Sommern funktioniert die Lösung weiterhin genau so, wie ich mir das erhofft hatte. Kein tägliches Auf- und Abbauen, das Fenster schließt normal, und die PortaSplit fühlt sich dadurch eher wie eine halb-permanente Installation an als wie eine mobile Klimaanlage, die jeden Sommer eine neue Improvisation verlangt.

Angefangen als Lösung für genau ein Fenster

Angefangen hat das als sehr konkrete Lösung für ein sehr konkretes Problem: mein Fenster, meine PortaSplit. Das erste Modell war so spezialisiert, dass es für kaum jemand anderen direkt nutzbar war. Trotzdem kamen nach der Veröffentlichung Rückfragen, Downloads, Diskussionen auf Reddit. Das hatte ich nicht erwartet.

Jetzt, nach zwei Sommern mit der Durchführung und einem Generator, der inzwischen wirklich funktioniert: Es fühlt sich gut an. Nicht als abgeschlossenes Produkt – das ist es nicht – aber als etwas, das tatsächlich nützlich ist und nicht nur für genau mein Fenster.

Wenn du es ausprobierst: Ich freue mich über Rückmeldungen. Bugs, Feature-Wünsche, Erfahrungsberichte aus anderen Einbausituationen – alles willkommen als Issue im GitHub-Repository. Am Schreibtisch kann ich vieles testen, aber nicht jedes Fenster.

Arbeitsstand